Wenn im Übergang vom blauen Dunst der Nacht zum goldschimmernden Morgen der Wolf die müden Augen schließt, der Mann ersteht und seine Bewegungen in Erschöpfungs Dunkelheit nur zu erahnen sind, wenn er einen Kuss von der Tür herwirft und wie verschluckt verschwindet, dann beginnt das, was das Wölfchen glauben machen muss, das Leben sei nicht halb so manchmal-schwer, wie man es vielleicht warnte. Ein Leben um des Lebens Willen.

Und also wächst es. Reibt sich schon die Äuglein, gluckst bisweilen, folgt dem rasselnden Holz. Es wächst auch im Halbschlummer, wenn ich eine "verbotete Dokumentation" über Antisemitismus in Europa betrachte, während ich einen Kaffee trinke, eine Melone esse, während ich grüble über den Unterschied zwischen angeborener Boshaftigkeit und fahrlässigem Unwissen, grüble über der Wäsche, dem Geschirr, den vollen Windeln. Es wächst. So schnell, dass ich grüble, wie man das Wachstum verlangsamen könnte, wo gemäßigte Bahnen, die Lust auf den Morgen, auf die Zukunft nur Narrenfeuer für die Genügsamen sind. Als gäbe es eher oder wenigstens vielleicht ein Zurück, wenn man nur stramm vorwärts schreite, ohne einen Blick zurück, einen Blick auf die Salzsäule. Es wächst und wächst, Wachstum um jeden Preis, verstehe, sonst bricht das System zusammen. Alt-J haben ein neues Album. Die Kleine wächst, während ich stetig und langsam zusammenbreche.

14.6.17 14:26
 


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