Es ist wohl nicht von Belang, darf aber nicht unerwähnt bleiben. Naturgemäß kommt die Sprache früher oder später auf den Windelinhalt. Der jeweilige Gesprächspartner geht - aus Erfahrung oder wegen eindrucksvollem Hörensagen - in Vorleistung und schüttelt sich im Schauer lustiger Anwiderung. (Noch) winken wir beschwichtigend ab: halb so wild. Der Gedanke zur Beschreibung des Geruchs und seiner Wirkung, der Farbe und der Konsistenz erschien mir sehr einleuchtend und ich habe ihn dutzendfach in die Welt gebracht, bevor ich nun mich frage, ob es damit nicht doch ein Stück zu weit geht mit Elternstolz und solchen Dingen: ich denke an eine Delikatesse wie die Auster, den Kaviar oder vielleicht Oliven und Kapern, deren Geschmack anfangs sonderbar, vielleicht ungenießbar anmutet, für dessen Fremdheit der feine Gaumen jedoch nach einer Weile ein sehnsuchtsvolles Wiedererkennen entwickelt. Na, mild und nussig jedenfalls. Ob hier die Grenze des Tolerierbaren, des Erzählbaren überschritten und ein Eingriff in die fragile Vorstellungswelt meiner Zuhörer, meiner Leser stattfindet? Ich weiß es nicht, gebe aber zu: es ist mir gleich.

12.6.17 10:57
 


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