Der junge Soldat als Sinnbild für unzähmbare duchsetzungswütige Illusion. Nicht umsonst drängte sich mir dieses Bild im Zusammenhang der Trauung meiner Schwester auf. In Stahlgewittern. Hierzu ein Gedanke von vor einigen Tagen, als das Kind wieder völlig erledigt in meinem Schoß lag: in Milchgewittern, die Wände um uns zersprengt von Milcheinschüsslöchern.

Da das Mädchen sich nicht ausdrücklich mitteilen kann, auf Fragen und schon gar nicht auf Rückfragen reagiert, weiß ich nicht mit Sicherheit, ob ihm die Zärtlichkeiten, mit denen ich es überhäufe überhaupt genehm sind. Die Menschen sagen, es sei doch das Normalste von der Welt! Ist es das? Keine Ahnung. Zu welchem Zeitpunkt begann der Zweifel am Guten des Gutgemeinten? Wann geschah es, dass die Absicht mit dem andern sofort einem Übergriff gleichkam? Ich habe eine vage Vermutung und eine verschwommende Erinnerung. Erwartet mich Läuterung? Ich schrieb von Hemmungslosigkeit.

Das Mädchen gleicht einem Schweizer Taschenmesser, das seine Instrumente nach und nach auffächert. Tag um Tag entdecken wir neues Werkzeug: Blicke, Töne, Gesten - dessen Funktion schließlich doch immer die gleiche ist: besinnungslose Verzückung.

3.6.17 07:34
 


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